Work And Travel Mit Oder Ohne Agentur? Alle Vor- Und Nachteile Auf Einen Blick!

Work And Travel Mit Oder Ohne Agentur
Ein längerer Auslandsaufenthalt ist eine ideale Ergänzung zur Schulausbildung, vor oder neben dem Studium bzw.dem Berufseinstieg: Die Welt entdecken, Erfahrungen sammeln, den heimischen Alltag hinter sich lassen, das alles lässt sich mit Work and Travel realisieren. Aus der Kombination von Leben, Arbeiten und Reisen ergibt sich die Möglichkeit, Land und Menschen wirklich jenseits touristischer Attraktionen kennenzulernen. Und man verändert sich auch selbst: Man wächst am Abenteuer, gewinnt an Persönlichkeit. Die Welt liegt einem zu Füßen: Australien, Amerika, Neuseeland oder Europa. Farmarbeit, Erntehilfe, Gelegenheitstätigkeiten in der Gastronomie oder im Hotelgewerbe – es gibt diverse Aushilfsjobs, mit denen man sein Leben auf Reisen finanzieren kann. Anders als bei Au pair-Aufenthalten oder Praktika ist man nämlich nicht dauerhaft an einen Ort gebunden, sondern begibt sich selbstbestimmt, per Jobhopping finanziert, auf die Reise. Das will organisiert sein. Diverse Organisationen und Agenturen bieten Unterstützung oder sogar All-inclusive-Pakete an. Man kann seine Vorstellungen jedoch auch alleine und unabhängig umsetzen.

Vorteile vom Reisen mit einer Agentur

Reiseplanungen, insbesondere für einen längeren Zeitraum in einem fremden Land, sind mit immensem Aufwand verbunden. Die Bedingungen für Visa, Versicherungen, Aufenthaltsgenehmigungen, Arbeitserlaubnis etc. sind vorab genau zu recherchieren. Hinzu kommt die Auswahl und das rechtzeitige Buchen von Flugverbindungen, das Finden von Gastfamilien oder preiswerten Unterkünften. Fehler und Versäumnisse kosten Zeit, Geld und Nerven. Eine Agentur vermeidet diese.

Work-and-Travel-Agenturen übernehmen die Organisation der geplanten Reise unter Berücksichtigung individueller Wünsche. Agenturen verfügen über Erfahrungen und sind, zum Beispiel in Visafragen, stets auf dem neuesten Stand. So kann eine professionelle Beratung und Umsetzung von Reisewünschen erfolgen, die sonst mit einem erheblichen Aufwand an Zeit und Arbeit verbunden wäre. Unrealistische Vorstellungen und Fehlkalkulationen lassen sich bereits zu Beginn in Gesprächen korrigieren. Fehlern wird vorgebeugt. Agenturen organisieren die Reise, helfen bei den Reiserouten und buchen zum Beispiel rechtzeitig günstige Flüge. Work-and-Travel-Organisationen helfen teilweise direkt bei der Erlangung der notwendigen Visa, wie einem speziellen Working-Holiday-Visum, oder der temporären Arbeitserlaubnis bzw. weisen auf alle notwendigen Schritte hin. So bietet eine internationale Krankenversicherung Schutz bei gesundheitlichen Schwierigkeiten, Unfällen oder ähnlichem. Agenturen helfen bei der Jobsuche im Gastland. Das kann sehr hilfreich in Bezug auf die Arbeitsbedingungen und eine korrekte Bezahlung sein. Sogar eine erste Unterkunft kann von Agenturen organisiert werden. Zumeist gibt es Ansprechpartner der Agentur vor Ort oder eine Notrufnummer, so dass man nicht ganz auf sich allein gestellt ist, sondern eine gewisse Sicherheit hat.
Nicht zu unterschätzen sind auch das Netzwerk einer Agentur und die Community aus aktiven und ehemaligen Work-and-Travel-Reisenden.

Nachteile vom Reisen mit einer Agentur

Reisevorbereitungen dienen nicht nur zum Checken des Gepäcks wie bei einer Pauschalreise, sondern sollen auch intensiv auf den längeren Aufenthalt im Ausland vorbereiten. Die persönliche Auseinandersetzung mit Visafragen, der eigenständigen Organisation von Aufenthaltsgenehmigungen, Arbeitserlaubnis, Krankenversicherung etc. kann einen ersten Eindruck vom Gastland und der fremden Mentalität vermitteln. Ein Agenturpaket spart zwar Zeit und Nerven, nimmt einem aber auch die Möglichkeit, sich selbst gut organisiert mit seinen eigenen Angelegenheiten und dem gewünschten Gastland auseinanderzusetzen. Eventuell bietet sich vor Ort nicht immer die Möglichkeit, Kontakt zur Agentur aufzunehmen. Hat man seine Angelegenheiten selbst organisiert und das entsprechende Know how erworben, weiß man sich eher zu helfen. Das Gleiche gilt für die Organisation der Unterkunft und erster Jobs. Vieles lässt sich per Internet selbst recherchieren und bindend organisieren. Erweisen sich Ort und Arbeit als Flop, ist man flexibel und kann schnell umdisponieren. Während der Reise ist man ohnehin auf sich gestellt und muss sich alleine um Transport, nächste Unterkunft, nächsten Job sowie Mahlzeiten etc. kümmern. Viele kommerziell ausgerichtete Agenturen haben zudem den Ruf, sich, trotz hoher Buchungskosten, im Gastland nicht ausreichend für ihre Klientel einzusetzen. So ist die Hilfe bei der Jobsuche begrenzt: Sprachkenntnisse, Erfahrungen und Fähigkeiten sind die Voraussetzungen für ein Arbeitsverhältnis. Viele kleine Jobs werden zudem lieber an Einheimische vergeben. Der persönliche Einsatz ist bei der Jobsuche also ohnehin ausschlaggebend. Eine Work-and-Travel-Agentur kostet Geld und schafft Verbindlichkeiten, die man vielleicht nicht eingehen will und einhalten kann. Das betrifft zum Beispiel teure Hin- und Rückflüge. Diese verfallen ersatzlos bei Nichteinhaltung der Termine. Es kann also durchaus von Vorteil sein, wenn man seine Reiseplanungen individuell gestaltet.

Work-and-Travel-Reisen stellen eine Alternative zum ortsgebundenen Auslandsjahr als Au-pair oder ähnlichem dar. Die Finanzierung durch Gelegenheitsjobs bietet eine ideale Chance, das gewünschte Gastland wirklich „von unten“ kennenzulernen. Work-and-Travel-Agenturen können eine erste Hilfe bei der Organisation und Umsetzung individueller Reisevorstellungen sein. Sie sparen Zeit, Nerven und reduzieren den eigenen organisatorischen Aufwand. Sie kosten jedoch auch Geld und zwingen zu Verbindlichkeiten, die man eventuell nicht abschätzen und einhalten kann. Die Betreuung vor Ort ist zudem qualitativ sehr unterschiedlich. Eine Austauschorganisation bietet in der Regel folgende Leistungen: Hin- und Rückflug, Seminare zum Gastland, Vorbereitungstreffen mit Hinweisen zur Jobsuche, Konteneröffnung im Ausland, Visabeantragung etc. Reisekosten, Verpflegung, Unterkunft und Jobsuche im Gastland müssen ohnehin eigenständig organisiert werden. So ist es durchaus überlegenswert, ob ein Work-and-Travel-Jahr nicht komplett selbst geplant und organisiert werden sollte.